Interkulturelle Männerarbeit - Männer müssen miteinander reden...

 

Aktuell gibt es in Kassel drei interkulturelle Männergruppen, sowie vier weitere im Landkreis Kassel.Dafür suchen wir in Deutschland geborene oder dort schon länger lebende Männer, die sich vorstellen können, über einen begrenzten Zeitraum an einer solchen Gruppe gemeinsam mit geflüchteten Männern teilzunehmen. 

Das Projekt

Wir möchten Männergruppen gründen, in denen sich 3 - 4 in Deutschland geborene oder dort schon länger lebende Männer mit 4 - 5 Geflüchteten mit Hilfe eines (Kultur-)Dolmetschers darüber austauschen wie diese Männer in ihren Heimatländern ganz konkret gelebt haben, was ihnen wichtig war, was gut lief, was schwierig war. Die hier Geborenen bzw. schon länger hier Lebenden Männer erzählen, wie es ihnen hier in Deutschland ergangen ist und geht mit allen Höhen und Tiefen. Darüber hinaus sind viele Themen denkbar und möglich. 

 

Kontakt: kv@freiwilligenzentrumkassel.de o. 0561/81644332

 

Projekthintergrund

Viele der Männer, die vor Krieg und Verfolgung aus Arabien und Afrika zu uns geflohen sind, haben große Schwierigkeiten, ihren Platz in unserer Gesellschaft zu finden. Das gilt gerade auch für Männer mit Familienverantwortung. Dieser Verantwortung können sie nur schwer gerecht werden, weil sie weder die Institutionen unseres Staatswesens, noch die geschriebenen und ungeschriebenen Regeln unserer Gesellschaft verstehen.

Zumeist kommen sie aus einer Kultur, in der nicht der Einzelne das Maß der Dinge ist, sondern die von Männern dominierte Gemeinschaft in Familie, Dorf und Glaubensgemeinschaft. In Deutschland sehen sie sich oftmals Frauen gegenüber, die in Behörden, Schulen, Unterkünften Führungsaufgaben und Weisungs-befugnisse Männern gegenüber haben.

Erschwerend kommt hinzu, dass die (falschen) Erwartungen bezüglich Arbeits-, Verdienst- und Wohnmöglichkeiten zutiefst enttäuscht wurden. Viele geflüchtete Männer sind mehr als verzweifelt. Sie sind entwurzelt und fühlen sich allein und verunsichert. Manchmal ziehen sie sich dann zurück und verschließen sich immer mehr. Dabei kann es auch vorkommen, dass sie ihre Frauen und Kinder daran hindern, sich für die neue Kultur zu öffnen, die Sprache zu lernen und sich um die Integration zu bemühen.

Kaum jemannd möchte wissen, wie sie in Syrien, im Irak, in Afghanistan oder in Afrika gelebt haben, welcher Arbeit sie dort nachgegangen sind, was sie gut konnten und noch können, wie ihre Wohnung aussah und welche Rolle sie in der Gesellschaft dort gespielt haben. Und auch die Männer in den Teestuben fehlen ihnen, mit denen sie sich über ihre Alltagssorgen austauschen konnten.

 

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